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  • Kurtisane de Sade

BDSM: Versteht man(n) denn seine eigene Phantasie nicht?

Seit nunmehr einigen Jahren lebe ich meine devoten Neigungen auf diese Weise aus, aber immer wieder kommt es zu blöden Situationen im Vorgespräch.

Trägt man mir eine konkrete Vorstellung vor, ist es gut; ich kann mich darin einlesen und entscheiden, ob ich mich in dieses Szenario begeben möchte. Leider bekomme ich auch immer wieder Fragen wie "Was kann ich alles mit dir machen?" - Meine Herren, dies ist der völlig falsche Ansatz! Selbst, wenn ich einen 90-seitigen Katalog zusammenstellen würde, in dem ich alles aufliste, was ich mir grundsätzlich vorstellen kann, hätte ich damit sicher noch nichtmal 50% aller Phantasien des BDSM abgedeckt, die man sich so erträumen kann. Zudem hängt das, was möglich ist, auch immer davon ab, wen ich vor mir habe. Ich stelle mich grundlegend vielem zur Verfügung, ich stelle meinem Interessenten aber auch gezielt Fragen, mit der ich meine eigene Sicherheit ein wenig gewährleisten möchte. Ich selbst bin zwar kein Neuling in der sexuellen Spielart des BDSM, aber es gibt nach wie vor Praktiken, von denen ich noch nie etwas gehört oder gar ausprobiert habe. Die Frage "Was kann ich alles mit dir anstellen?" zeugt nach meinem Gefühl davon, dass der Fragende selbst wenig Erfahrung in der härteren Sparte der Lust hat. Einem solchen Menschen werde ich doch daher nicht meinen Körper und die darin hausende Seele anvertrauen, ihn ziellos auf meinem gefesselten Körper herumprügeln lassen. BDSM ist eine Vertrauenssache, und wenn mir mein Gegenüber glaubhaft vermitteln kann, dass er dieses Vertrauens würdig ist, bin ich bereit, ihm ein (hoffentlich unvergessliches) Erlebnis zu bieten. Mit einer einzigen Frage ist der Austausch nicht erfüllt. SM ist für mich kein Katalog, aus dem man(n) einfach auswählen kann wie bei Otto. Dazu gehört Vertrauen, und das muss sich der Interessent verdienen. Dies beginnt für mich damit, dass er sich Gedanken darum macht, was er eigentlich aus- und erleben möchte, und natürlich ebenfalls, wie er sicherstellt, dass ich während der Auslebung dieser Phantasie ein sicheres Gefühl habe. Spiegelt diese geistige Vorarbeit sich nicht in der Kommunikation, die ich mit ihm habe, ist es sehr unwahrscheinlich, dass ich in ein solches Treffen einwilligen werde. Ich kann mich nicht selbst zerstören, indem ich mich irreparabel bespielen lasse. Ich nehme diese Gelegenheit zum Anlass mich bei all jenen zu bedanken, die die Kommunikation durchdacht und nachvollziehbar eröffnen!

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