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  • Kurtisane de Sade

Das Jahr mit Covid-19. Ein bisheriges Resümee

Es beherrscht nun etwas über ein Jahr den Alltag eines jeden von uns, dieses Virus, das die Welt in einer globalen Pandemie hält. Mein letzter Blogbeitrag liegt schon eine Weile zurück, was in etwa zeigt wie sehr auch ich mit der Situation des täglichen Wandels beschäftigt war. Wenn nur das eine wichtig ist und vieles andere in den Hintergrund rückt.


Jetzt, wo die ersten Sonnenstrahlen mein Gesicht wärmen, während ich dies schreibe, komme ich wieder ein wenig dazu durchzuatmen und eine bisherige Bilanz zu ziehen, denn es tut sich was in unserem Land. Jeden Tag werden mehr Menschen geimpft, jeder Tag sorgt also für ein bisschen mehr Sicherheit in dieser noch unsicheren Zeit. Eine große Herausforderung war, wie ich für mich festgestellt habe, die ständige Umstellung auf neue Beschlüsse und Verordnungen. Gerade hat man für sich die passende Stoffmaske gefunden, da musste man sich auf andere Masken, medizinisch oder FFP2 umstellen. Der tägliche Wandel dessen, welche Geschäfte geöffnet haben und welche nicht, hat eine neue und notwendige Kreativität erzwungen. Wöchentlich ein neues Einstellen darauf, welche Geschäfte man zu geänderten Öffnungszeiten und vor allem zu welchen Konditionen haben bei mir zumindest seinen Tribut gefordert. Jeder, der einen bürgerlichen Hauptberuf ausübt mit nur einem regulären freien Tag in der Woche, wird wissen, wovon ich rede, wenn ich sage, wie stressig es ist all die anfallenden Dinge auf diesen freien Tag zu terminieren, wenn die meisten Dienstleister und Geschäfte ausschließlich auf Termin arbeiten und zu hoffen, vor alledem noch einen guten Platz in der Warteschlange des Testzentrums zu ergattern. Das tägliche Leben und die freien Tage werden polarisiert zwischen wahlweise absolutem Stress oder reinen Erholungstagen, an denen nichts anderes möglich ist als sich vom Corona-Wahnsinn auszuruhen. Ich zumindest war in dieser Zeit sehr dankbar für meine Affinität zu Literatur, die mich in all dem Stress entschleunigt in andere Welten mitgenommen hat und gewissermaßen eine kleine Ruheinsel war.


Und das Positive? Es tut sich was. Ich sehe nicht nur vereinzelt Menschen, die bereits vollständig geimpft worden sind, sondern sie treten in größerer Zahl auf. Jeder Mensch, der diesen Prozess hinter sich bringt, sorgt für ein kleines Stück mehr Sicherheit. Und wenn ich dran bin mit der Impfung, werde auch ich mich noch etwas sicherer fühlen. Nun kann man schon wieder in der Außengastronomie sitzen und sich von seinem Lieblingsrestaurant bekochen lassen, während man in sonniger Gesellschaft einen Aperitif trinkt und auf noch bessere Zeiten hofft bzw. darauf, dass es so bleibt und sich nicht erneut verschlechtert.

Noch im letzten Jahr herrschte Unsicherheit pur. Gut, die gibt es auch jetzt noch durch die Abhängigkeit von Inzidenzwerten, die das öffentliche Leben regeln sollen. Aber ab jetzt wirds besser. Da glaube ich dran. Wenn ich jetzt rausgucke, dann sehe ich, dass der Sommer kommt (und hoffentlich bleibt). Schlechtes ist bei gutem Wetter einfach besser zu ertragen. Zudem haben wir alle gelernt geduldiger zu sein, die Fähigkeit sollten wir uns zumindest bewahren, selbst wenn es irgendwann möglicherweise nicht mehr unbedingt notwendig sein sollte.

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