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  • Kurtisane de Sade

Der Kitzelfetisch

Kitzelfetisch, im englischen Sprachraum besser als „Tickling“ bekannt, hält immer mehr Einzug in deutschen Schlafzimmern. Kitzeln als solches ist etwas sehr Verspieltes, das man schon im Kleinkindalter fernab jeder sexuellen Komponente spaßig findet. Aber auch als Erwachsener muss man diesem Vergnügen nicht entwachsen sein und kann sich gegenseitig zum Lachen verleiten. Die Kitzelvorliebe wird nicht zwingend als Fetisch erkannt, denn der Übergang vom spielerischen Herumalbern zum Sex ist fließend. In einer Partnerschaft ist es ja ganz normal sich gegenseitig zu necken, herumzublödeln, ein wenig zu kitzeln und dann zu küssen – huch, und da ist er schon, der kleine Fetisch!

Der Kitzelfetisch ist allerdings kein Vergleich zur Kitzelfolter, die eher dem BDSM zugeordnet wird und wo es über das lustige Kitzeln hinaus noch weiter geht. Ich selbst bin dabei bisher immer in passiver Rolle gewesem. Vorrangig an den Körperseiten, auf den Oberschenkelinnenseiten und an bestimmten Stellen der Fußsohlen kitzelig, finden Männer mit einem Kitzelfetisch diese Stellen unglaublich klasse. Was unterscheidet aber den Kitzelfetisch von der Kitzelfolter? - Meiner Erfahrung nach wird die Kitzelfolter ein wenig strategischer geplant, und es geht auch darum, Macht auszuleben. Wenn ich fixiert wie auf dem Präsentierteller liege und jede Stelle meiners Körpers offen darliegt, dann strahlt der Herr für mich eine unglaubliche Macht aus mich zu kitzeln oder mir kurzzeitig Ruhe zu können wie es ihm gerade beliebt. Für diese Spielart kommen gern Hilfsmittel zum Einsatz, die man immer im Haushalt hat. Mit unterschiedlichen Haarbürsten (mit Borsten oder mit Noppen, großer oder kleiner Fläche) kann man beim Kitzeln diebischen Spaß haben! Massageöl sorgt für einen zusätzlichen Gleiteffekt auf der Haut, damit das Kitzeln mit diesen Gegenständen keinen Schmerz verursacht, sondern die Intensität verstärkt. Der Schmerz kommt später von etwas ganz anderem, und zwar dann, wenn der Punkt überschritten ist, dass man lachen muss. Der Körper ist „gesättigt“ vom Kitzeln, der Reflex auszuweichen ist aber immernoch da. Nach einer Weile bekomme ich richtiggehend ein wenig Angst vor den weiteren Attacken, weil der Impuls sich verstärkt ist den kitzelnden Fingern auszuweichen und sich mein Körper verkrampft. Ein kurzes Streicheln mit dem Finger sorgt dann dafür, dass ich fast aufspringe. Nach einer Kitzelfoltersession habe ich darum erfahrungsgemäß zwei bis drei Tage Muskelkater. Da ich dann natürlich immernoch fixiert bin, befinde ich mich natürlich in der perfekten Position dem Herrn entsprechende Erlösung von seiner aufgestauten Erregung zu bereiten. So zugänglich bin aber auch ich unglaublich sensibel, und zwischen den Kitzelattacken platzierte Streicheleinheiten im Zentrum meiner Mitte sorgen bei mir für erregende Wallungen, die in ihrer Sanftheit ein sinnlicher Kontrast zu den harschen Kitzelattacken darstellen.

Kitzelfolter ist somit eine sehr facettenreiche Spielart, die Platz im Girlfriendsex sowohl als auch im BDSM findet. Ich lebe es auf jeden Fall immer wieder gern aus, auch wenn es bisweilen sehr anstrengend ist!

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