1/12
  • Kurtisane de Sade

Hör' gut zu und lausche hin...

"Hör' gut zu und lausche hin", texteten vor gefühlten Äonen Dornenreich in ihrem Song Zu Träumen wecke sich wer kann mit einer flüsternden Säuselstimme von erhabener Schönheit, die dafür gemacht ist gebannt zuzuhören.


Stummheit im Bett ist oft schambedingt. Direkt zu äußern, was einem gefällt, fällt manchen Leuten schwer. Es ist wahrscheinlich jedoch sicher zu sagen, dass jeder gerne hört, wenn dem Partner die Handlung im Bett zusagt. Mich erfreut und erregt es sehr, wenn ich den Mann stöhnen höre und somit unmittelbar eine wonnige Rückmeldung zu meinen Bewegungen bekomme, die ich dann gerne auch vertiefe oder quälend einstelle.

Für viele Menschen, mich eingeschlossen, hat die Sprache eine direkte Auswirkung auf den Grad ihrer sexuellen Erregung. Und hier betreten wir den Bereich der Verbalerotik. Verbalerotik ist eine wortwörtliche Stimulierung, welche die Phantasie bei der Interaktion zweier Partner zum Laufen bringt. Die sexuelle Erregung beginnt, ohne dass es zur physischen Interaktion der Partner kommen muss. Für viele ist es eine subtile, feine, anregende Kunst, um den Partner mit Worten einzustimmen. Eine geflüsterte Regieanweisung:"Ich will dich in mir spüren..." aus der spontanen Lust heraus, ein gehauchtes:"Zieh dich aus..." können eine lüsterne Wirkung haben. Und während der Handlung selbst sorgt ein "Ja, genau da ist es richtig..." dafür, dass die Zunge oder das Gerät der Wahl genau dort bleibt, wo es gerade am allerschönsten ist...

Es geht aber auch vulgärer, frivoler, obszöner, willkommen im Dirty Talk! Nicht wenige Menschen werden gerne etwas schmutziger, und verwandeln eine unschuldig klingende "Muschi" in eine "safttriefende F*tze, die gestopft werden muss". Liebhaber der bizarren Erotik und des BDSMs wissen Dirty Talk als ein Instrument zu schätzen, um verbal dominiert oder erniedrigt zu werden, wenn die Zunge scharf züngelt und Worte wie Peitschen knallen. Ich finde es sehr prickelnd benutzt zu werden und dabei als Miststück oder Stute betitelt zu werden. Befohlen zu bekommen mir selbst die wüstesten Namen zu geben gefällt mir auch sehr gut. Als aktiver Part liebe ich es Ankündigungen zu Quälereien zu machen und das Leid schon in den Augen meines Subs erwachen zu sehen, bevor der wirkliche Schmerz überhaupt begonnen hat, während seine Bitten, ich möge doch gnädig sein, wie Musik in meinen Ohren klingen.

116 Ansichten1 Kommentar