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  • Kurtisane de Sade

Herbstgedanken

September. Der Sommer kehrt uns allmählich den Rücken, und zumindest morgens ist es schon merklich kühler. Es wird wieder früher dunkel, und der Herbst kündigt sich an.

Ich mag die Jahreszeit der fallenden Blätter, das Laub in seinen leuchtendsten Farben, lediglich fröstelt's mich bei dem Gedanken an fallende Temperaturen. Herbst bedeutet für mich nicht einfach nur die Heizung aufzudrehen. Die frühe Dunkelheit erhelle ich mir am liebsten mit Teelichtern, die mir ein warmes Gefühl verursachen, und gern zünde ich mir ein Räucherstäbchen an, den wohligen Duft zu genießen. In Ermangelung einer Badewanne gönne ich mir heiße Duschen bei ausgeschaltetem Licht nur bei Kerzenschein, die mir nicht nur Körper, sondern auch Gemüt wärmen. Bereits jetzt halte ich Ausschau nach die Kehle wärmenden Kräuter- oder Pfefferminztees, mit denen ich mich in eine Decke auf dem Sofa einkuschle und mich bei einem Blick nach draußen frage, ob mir in diesem Jahr Schnee vergönnt sein wird. Denn auch, wenn ich der Kälte nichts abgewinnen kann, in die Stille fallender Schnee, der die Nacht erleuchtet, ist meine Sehnsucht in den kalten Wochen, die ganz sicher bald kommen werden.

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