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In Sachen Bücher: Jasper Fforde

Wer mich kennt, der weiß um meine tiefe Affinität zu Büchern. Heute möchte ich mal eine Lanze für einen Autoren brechen, für seine großartigen Werke eigentlich viel zu unbekannt ist.

Wer den Stil von Walter Moers mag, der wird sich auch mit Jasper Fforde prima anfreunden können! Erstmals bin ich mit Fforde in Berührung gekommen durch seine Thursday-Next-Reihe. Literatur und ihre Schriftsteller haben in diesem Werk Ffordes einen anderen Stellenwert (so wie diese Parallelwelt auch ein wenig abgewandelt zu unserer bekannten Realität ist, aber dazu später mehr). Die Literatur-Agentin der polizeilichen Behörde LitAg, Miss Thursday Next verfolgt lektüremotivierte Kriminalität und stellt während ihres aktuellen Falles fest, dass sie selbst so eine Art Buchspringerin ist und in die Parallelwelt der Bücher switchen kann, was nicht ganz ungewöhnlich ist, denn Thursdays Vater gehört der ChronoGarde ein, einer Zeitreise-Einheit, welche die Stabilität der Zeitabläufe und korrekten historischen Abläufe überwacht.

Anders als Moers siedelt Fforde seine Szenarien nicht in einer reinen märchenähnlichen Fantasiewelt an, sondern in einer alternativen Welt von unserer; historische Ereignisse sind dort anders verlaufen, so dass es unterschiedliche Gebräuche und Erfindungen gibt wie erweiterte Gentechnik, die es ermöglicht, dass Thursday einen Dodo als Haustier besitzt in Ffordes Parallelwelt. Es ist jedoch stets eine Welt, die der unseren in der aktuellen Zeit grundlegend sehr ähnlich ist. Dafür gibt es dann aber fantastische Elemente in seinen Geschichten wie Geister oder Werwölfe. So leitet in Ffordes "Die letzte Drachentöterin" ein 16-jähriges Mädchen eine heruntergekommene Zaubereiagentur, denn Zauberer sind dort gesellschaftlich angesehen irgendwo zwischen Müllmann und Klemptner, und entsprechende Aufgaben verrichten sie wie z.B. die Neuverkabelung alter Häuser, seit die Wettervorhersage von modernen Wetterdiensten so viel zuverlässiger vorgenommen wird.

Großartig soll auch sein Eiswelt-Roman sein, der zwar bereits ungeduldig in meinem Regal vor sich hin steht, ich ihn aber aufgrund so vieler anderer Lektüren noch nicht gelesen habe. In "Eiswelt" hat die Eiszeit nie wirklich aufgehört, und Übergewicht ist ein notwendiges Überlebensinstrument, weil die Menschen sich Winterfett anfuttern, um die eisigen Wintermonate zu überleben. Auf seine eigene Art vereint der Autor in diesem Werk soziale Kritik mit satirischen Elementen.

Fforde hat einen vergleichbar großartigen Humor wie Moers, und ähnlich skurril muten seine erschriebenen Szenarien in aller Regel an. Ich kann ihn wirklich nur jedem nahelegen, dem Moers mittlerweile zu langweilig geworden ist oder der einfach alles moersige schon ausgelesen hat.

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