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  • Kurtisane de Sade

2. Juni: International Sex Worker's Day

Der Internationale Hurentag hat seine Wurzeln im Jahre 1975. Am 2. Juni besetzten über 100 Prostituierte eine Kirche in Lyon, um auf die aktuelle Situation ihres Berufsstandes aufmerksam zu machen; durch polizeiliche Repressalien waren die Frauen gezwungen überwiegend im Verborgenen auf Kosten ihres eigenen Schutzes zu arbeiten. Der zu zahlende Preis war ein Anstieg der Gewalttaten gegen Sexdienstleister*innen. Nach zwei Morden an Prostituierten und der fehlenden Bereitschaft seitens der Regierung besetzten Sexarbeiterinnen eine der örtlichen Kirchen. Nach einem acht Tage andauerndem Streik für bessere Arbeitsbedingungen räumte die Polizei die Kirche. Erstmals hatten Huren durch einen solidarischen Kampf das weltweite Augenmerk auf die Problematik der ungerechten Behandlungen gegen sie gerichtet.

Das Ereignis gilt als Ausgangspunkt der Hurenbewegung, und seit 1976 wird jährlich an diesem Datum der Internationale Hurentag begangen. Diesem Tag zu gedenken ist heute wichtiger denn je; das Nordische Modell, das an unseren Bedürfnissen vorbeiregelnde Prostituiertenschutzgesetz und der Fakt, dass Prostitution auch im fortschrittlichen 21. Jahrhundert nach wie vor trotz Steuerlast nicht als normaler Beruf gesehen wird machen deutlich, dass der Kampf zur Akzeptanz noch lange nicht vorbei ist – Akzeptanz für Sexdienstleister*innen, aber auch Akzeptanz als Kunden von Prostituierten.

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