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  • Kurtisane de Sade

K(l)eine Unfälle beim Date!

Meine Begegnungen mit Männern im Escort-Bereich sind bis auf wenige kleine Ausnahmen wirklich immer sehr erfüllend. Warum dann überhaupt meckern? - Kein Meckern, versprochen!

Ich stelle lediglich fest, dass es aller schöner Treffen zum Trotz immer wieder kleine Dinge gibt, die nicht ideal laufen. Wenn es doch nur kleine Dinge sind, warum dann überhaupt was sagen? - Weil diese Dinge trotz ihrer Kleinigkeit eine essentielle Wichtigkeit haben, sei es den gegenseitigen Schutz, die Diskretion oder Gesundheit betreffend. Weil ich auch im kollegialen Austausch mit anderen Escorts stehe, deren Erfahrungen sich mit meiner in diesen Punkten decken, habe ich beschlossen diesen Blog gemeinsam mit ihnen zu verfassen. Das wird jetzt im Folgenden ein bisschen anatomisch und theoretisch, aber ihr seid danach ein wenig schlauer, versprochen!


Hände waschen

Sollte eigentlich selbstverständlich sein, gilt ja schließlich schon beim Essen! Die Hände sind unsere grundlegendsten Werkzeuge, mit ihnen machen wir alles. Mit den Händen berühren wir alles, auch einander. Keine Frage, es ist prickelnd gefingert zu werden und es hat seinen Reiz an den Fingern des Gegenübers zu saugen (oder saugen zu lassen), aber Schleimhäute sind primäre Übertragungswege für sexuell übertragbare Krankheiten. Speziell durch ungewaschene Hände beim Fingern besteht bei der Frau die Gefahr eines Harnweginfekts, da anders als beim Mann die Harnröhre sehr viel kürzer ist und Erreger oder andere reizende Faktoren leichter eindringen können.


Gepflegte Fingernägel

Wenn eine Frau beim Anblick von angekauten Nägeln, Schmutzrändern und scharfen Kanten je große Augen bekommen hat und merklich abgeneigt war euch damit in ihre Vaginalregion vordringen zu lassen, lasst mich euch erklären warum: Das gleiche, was einen Absatz vorher für Bakterien auf Schleimhäuten steht, gilt auch für Wunden. Die Haut innerhalb der Vagina ist empfindlich. Schon beim Koitus können mikroskopisch kleine Wunden entstehen, nun stelle man sich aber die Wirkung vor, die schmutzige, scharfkantige Fingernägel haben; ein für die Frau schmerzhafter Infekt ist da vorprogrammiert.

Mittlerweile gehen Männer ganz selbstverständlich und selbstbewusst zur klassischen Maniküre, weil sie erkannt habe, dass andersherum Frauen gepflegte Fingernägel beim Mann wichtig sind. Etwas, das sich auszuprobieren lohnt!


Vom Po zur Mu

Schon als kleine Mädchen lernen wir auf der Toilette von vorn nach hinten zu wischen. Darmbakterien sind in der Lage eine Entzündung der Harnröhre hervorzurufen, haben also in der Vagina absolut nichts zu suchen. Da gelangen sie z.B. sehr leicht rein, wenn von Analsex auf Vaginalsex oder vom Analfingern zum Vaginalfingern gewechselt wird ohne sich vorher entsprechend zu reinigen. Andersherum ist es überhaupt kein Problem und gerade beim Sex ja auch viel schöner, weil es als enger empfunden wird von vorne nach hinten zu wechseln. Wenn ihr es gerne mischt und absolut keine Lust habt die Hände zwischendurch zu waschen (nagt ja auch an der Stimmung), dann zieht ein Kondom über die Finger oder macht es mit Latexhandschuhen.


Womit wir bei Öl und Latex wären

Diese beiden sind absolute Todfeinde beim Sex! Öl greift Latex an und macht es porös, weshalb es sich im Zuge von Safer Sex unter keinen Umständen als Gleitmittel eignet. Dafür gibt es von z.B. Ritex bestimmte Gleitgels, die bedenkenlos verwendet werden können. Wer sich gerne massieren lässt, der sollte das wahlweise nach dem Sex zum entspannten Ausklang tun oder zwischen Massage und Sex gründlich mit (Seife und viel Handeinsatz an den richtigen Stellen ein zusätzliches Level vom Vorspiel!) duschen, um sämtliche Ölreste vom Körper zu entfernen. Also kein Babyöl, Massageöl, keine Vaseline, keine Handcreme, und was für ölige Sachen einem noch so einfallen - ein geplatztes Kondom ist ja wohl auch der Stimmungskiller schlechthin!


Deepthroat

Im wahrsten Sinne eine atemberaubende Sexpraktik: Manchen mag es nicht klar sein, aber während die Speiseröhre blockiert ist (und dahin gehen Genital, Dildo, Finger, oder was immer man in den Rachen schiebt), kann die Luftröhre nicht benutzt werden. Das bedeutet, dass für die Dauer eines in den Hals eingeführten Gegenstandes nicht geatmet werden kann. Minutenlang ununterbrochen deepthroaten ist also nicht möglich, es sei denn ein blauer Hautton ist, was ihr anstrebt! Bitte bedenkt dies, wenn ihr eure Gespielin das nächste Mal fälschlicherweise für „zimperlich“ haltet, weil sie nach Luft schnappt – es ist lediglich der Drang zu Atmen.


Weiblicher Orgasmusdruck

Kaum etwas anderes erzeugt einen so unangenehmen Druck als das Drängen nach meinem Höhepunkt während einer Zeit, die eigentlich für alle Beteiligten angenehm sein soll. Oft erlebe ich, und weiß es auch vom Austausch mit anderen Escorts, vom Wunsch des Buchenden, dass auch wir Escorts einen Orgasmus haben, weil wir ja auch unseren Spaß haben sollen als Beweis dafür. Der Spaß hängt in den wenigsten Fällen rein vom weiblichen Orgasmus ab, und ich hatte auch schon richtig schlechten Sex, bei dem ich gekommen bin, wie ich auch superschöne Treffen hatte ohne sexuellen Höhepunkt. Die Aussage, dass wir Frauen ja auch unseren Spaß haben sollen an eine einzige körperliche Reaktion zu koppeln, scheint zu implizieren, dass wir keinen Spaß an dem haben, was wir tun. Seid versichert, dem ist nicht so.

Es gibt aber noch einen zweiten Grund, warum Orgasmusdruck fehlplatziert ist. Oft lese ich den Wunsch vibierende Toys und Dildos zum Einsatz zu bringen, in einem dominant-devotem Spiel mit der Einschränkung, dass ich erst kommen darf, wenn der Herr es erlaubt. Einen vaginalen Orgasmus erleben nur etwa 25-30% der Frauen, was im Umkehrschluss bedeutet, dass Dreiviertel aller Frauen einen Penetrationsorgasmus nie erleben. Schraubt eure Erwartungen dahingehend ein wenig runter. Es passiert oder es passiert nicht. Wir sind fähig auch ohne Orgasmus ein positives Gefühl aus dem Zusammensein zu ziehen.


Psychohygiene

Ja, ihr habt richtig gelesen: Die Hygiene der Psyche. Auch diese gilt es rein und gesund zu halten. Unter Psychohygiene fallen für mich Dinge wie indiskrete Fragen nach meinem Privatleben und insbesondere privatem Sex. Genauso wenig wie ich von mir aus frage, ob mein anwesendes Gegenüber verheiratet oder anderweitig liiert ist, erwarte ich von meinem Klienten, dass er meine Diskretion wahrt. Fragen z.B. nach meinem bürgerlichen Namen, empfinde ich als einen Versuch in meine Privatsphäre einzudringen, und es fühlt sich aus zwei Gründen scheiße an: Erstens lüge ich nicht gern, jedoch ich werde so eine Frage nie wahrheitsgemäß beantworten. Ein Gentleman bringt eine Frau nicht in die Lage lügen zu müssen. Zweitens befürchte ich, dass wenn diese „Grenze“ zu überschreiten versucht wird, weitere Grenzen schlicht als Wegmarkierung gesehen werden. Wenn meine Diskretion für so jemanden keine Grenze mehr darstellt, tut es dann mein körperliches Wohl vielleicht auch nicht? Diese Stimmung wird unsere gemeinsame Zeit vergiften. Seid also so gut und bringt uns nicht in diese Lage.

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