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  • Kurtisane de Sade

Wachs in Deinen Händen

Wachsspiele sind ein hochsinnlicher Genuss, der viele Sinne anspricht. Diese Art aus der Riege der Heiß-/Kaltspiele spiele ich passiv, aber durchaus auch aktiv sehr gerne. Praktisch gesehen sollten Wachsspiele aus zweierlei Gründen jedoch als Spielart an das Ende einer Session gelegt werden. Einerseits trägt sonst der Bottom das auf seiner Haut getrocknete Wachs durch sämtliche Räumlichkeiten, die für das Spiel genutzt werden. Aus manchen Bodenbelägen wird man Kerzenwachs eher schwer entfernen können, weshalb es sinnvoll ist in jedem Baumarkt erhältliche Baufolie/Abdeckfolie/Gewerbeplane unter der Fläche, auf der bespielt wird, auszulegen. Schicker ist nur eine Lack-Decke, aber wie gesagt, Baufolie tut es auch. Der zweite Grund, warum das Spiel mit dem Wachs den Abschluss einer gelungenen Session darstellen sollte, ist dass die Kerzen natürlich eine Weile brennen und genügend flüssiges Wachs erzeugen müssen, bevor sie eingesetzt werden können. Es hat natürlich auch einen zusätzlichen romantischen und schaurig-schönen Charme bei dem Kerzenlicht zu lieben und zu leiden, welches man dann später auf der Haut zu spüren bekommt.

Eine kleine Kerzenkunde: Am sichersten, aber auch besonders kostspielig sind Kerzen, die extra für Wachsspiele hergestellt werden, niedrigtemperaturige sogenannte "SM-Kerzen", die aus nicht ganz so heiß werdendem Spezialwachs hergestellt sind. Erhältlich sind solche Kerzen in jedem BDSM- aber auch in vielen Erotik-Shops - natürlich mit dem üblichen "Perversenzugschlag". Aber nicht nur des Preises wegen eignen sich auch normale Kerzen, die es in jeder Haushaltswarenabteilung gibt, für Wachsspiele. Ganz oben auf der Liste der ungeeigneten Kerzen jedoch sind Bienenwachskerzen und -teelichter, deren Schmelzpunkt bei 60°C beginnt und bis 120°C gehen kann. Grablichter, mit einer Schmelztemperatur von etwas über 40°C, eignen sich für Wachsspiele hervorragend. Zu beachten ist, die Kerze vor ihrem direkten Einsatz auszupusten, ansonsten läuft man Gefahr, dass gerade bei den eben erwähnten Grabkerzen die Kunststoffverpackung anbrennt oder gar schmilzt. Auch tropft man nicht aus wenigen Zentimetern Abstand auf sein Ziel, sondern man tastet sich zunächst aus größerer Höhe heran - schließlich weiß man nicht wie heiß das Wachs gerade ist. Merkt man aus großem Abstand, dass der Delinquent die Temperatur des Wachses aushält, kann man den Abstand zum Körper beim Tropfen immernoch verringern.

Beliebte Körperstellen für Wachsspiele sind Brüste, Rücken, Po und Geschlechtsteile, aber auch Bauch und Beine. Der Spender kann das Wachs aus seiner Hand auf den Bottom tropfen lassen und den Körper somit bemalen, es gibt aber auch ganz wunderbare Variationen, bei welcher der Delinquent selbst Anteil daran hat wie er bemalt wird. Ein fixiertes Opfer mit Kerze im Mund kann sich aussuchen auf welchen Nippel es das Wachs tropfen lässt. Oder etwas abgewandelt: Mit Augenbinde seiner Sicht genommen, sieht das Opfer nicht, wohin das Wachs der Kerze in seinem Mund tropft. Bei dieser Variation ist aber Vorsicht seitens des Tops geboten, denn Kerzen, die waagerecht brennen, brennen auch schneller ab, somit sieht der Bottom nicht, wann die Flamme gefährlich nah an sein Gesicht brennen könnte.

Den Abschluss eines Wachsspiels kann man herrlich ambivalent gestalten: Entweder geht es gemeinsam in die Badewanne oder unter die Dusche, oder aber der Top entschließt sich das auf dem Körper hartgewordene Wachs mit einer Gerte abzuschlagen und sie es anschließend per Hand auflesen zu lassen - der Phantasie des erotischen und warmen Spiels sind keine Grenzen gesetzt.

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